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BILD präsentiert das größte Opern-Spektakel der Welt

Aida in der Schleyerhalle – wie Hollywood

Von  MICHAELA BLESSING

Dia Arena in Verona, die Scala in Mailand, die Met in New York. Vergessen Sie’s!. Die spektakulärste Aida (Opern-Ohrwurm von Giuseppe Verdi), die es je gegeben hat, kommt in die Stuttgarter Schleyerhalle (8-13 April, jeweils 19:30 Uhr). Und BILD-Stuttgart präsentiert die Super-Oper!

Eine Show wie zu Hollywoods Glanzzeitem. „Die größte Opernproduktion der Welt“, sagt Mannheims Klassik-Organisator Matthias Hoffmann. 120 Musiker, 140 Sänger, 50 Tänzer, 1000 Statisten, dazu lebende Elefanten, Kamele, Pferde und sogar eine Pythonschlange machen mit. Die Bühne (2500 Quadrat-meter) sieht aus wie die Pyramiden von Gizeh in Agypten mit ‘ner 15 Meter hohen Sphinx davor. Allein die 1500 reich verzierten Kostüme haben einen Wert von 1,5 Millionen Mark. Ein Abenteuer für die Augen!

Absolute Weltspitze sind auch die Sänger: Grace Bumbry, Katia Ricciarelli, Giuseppe Giacomini, Giorgio Lamberti, Piero Cappuccilli. Dirigent ist Maestro Giuseppe Raffa aus Verona. Es spielt das Bömische Symphonie Orchester.

4200 Menschen (7000 je Vorstellung) können in den Operngenuß in der Schleyerhalle kommen. Also, schnell, schnell, wer dabei sein will: Der Vorverkauf für Aida beginnt übermorgen. Es gibt Karten zwischen 85 und 195 Mark bei easy-ticket unter 0711/9819900. Wer’s noch edler haben möchte, kann zusätzlich das VIP-Angebot für 175 Mark buchen. Dann gibt’s auch noch neben Operngenuß ‘nen Parkplatz. Extra-Eingang, Sekt-empfang und leckeres buffet –

Übrigens: Die Aida Veränstalter suchen noch 1000 Statisten. Wie Sie jeden Tag als „Sklave“ oder als „Kameltreiber“ dabei sein können, wird erst im Februar bekannt gegeben.

Star-Dirigent Giuseppe Raffa steht vor einer Mini-Sphinx. Er ist auch für die inszenierung verantworthlich.

So gigantisch wird Aida: Im 2. Akt wird zum Triumphmarsch „Gloria all’Egitto“, der Nationalhymne Agyptens, Radames durch dem Chor der Bevölkerung Thebens begrüßt.

 


 

Priester un Kämpfer in Zivil

Verdis „Aida“ als „die großte Operninszenierung der Welt“ – Eine Generalprobe

Von Armin Friedl

Stuttgart – Mitte dieser Woche standen alle, ob Gefolgschaft von Amneri oder Amonasro, in „Zivil“ auf der Bühne. Lediglich die ungewöhnliche Armhaltung deutete aud eine Inszenierung hin. Die akkurate Aneinanderreihung brach nach wenigen Minuten zusammen. Ob hohe Priester oder wackere Recken, verhältnismäßig schnell gaben die meisten der Versuchung nach, sich zu setzen, die Beine zu lockern oder verstohlen aus der hinteren Reihe mit Blitzlicht einen Schnappschuß festzuhalten, wie Weltstars wie Grace Bumbry – auch sie in Zivil, die Positionierung diverser Szenen erläutert wird.

Ein ganz anderes Bild am Donnerstag abend zur Generalprobe in der Schleyer-Halle: Das Tageslicht von der Decke wurde ausgeschlossen, Tempelanlagen und Sphinx-Kopf werden mit Hunderten von sandfarbenen Scheinwerferlichtern angestrahlt. Bis Jiri Mikula den Taktstock heben kann zur Ouvertüre, vergeht noch einige Zeit. Die Musiker des Bohemian Symphonic Orchestra proben für sich noch schwierige Passagen.

Generalprobe: Das ist der letzte Durchlauf vor der Premiere. Doch von Premierenstimmung ist noch wenig zu spüren. Immer wieder wird die Darbietung unterbrochen. Mal funktioniert die Mikrophonübertragung nicht, dann sehen die Solisten den Dirigenten nur im Halbdunkel. Einzelne Kadenzen werden ausgefeilt. Immer wieder rennt eine Regieassistentin in Jeans-blau in die aufwending kostümierte Szenerie, um Korrekturen an den Aufstellungen vorzunehmen oder den Solisten die nächsten Schritte vorzumachen.

Dennoch: Die Verzahnung der mehr als 1000 Statisten und des 50köpfingen Tanzensembles klappt hervorragend. Wie auf einen imaginären Wink hin verschwinden Personengruppen oder tauchen aus dem Bühnenhintergrund auf. Terminegerecht geben auch die zwei Elefanten, drei Kamele, Pferde und Pythonschlange ihr Stelldichein. Noch produziert die Lautsprecheranlage gelegentlich Rückkopplungen, ist  der Klang in der menschenleeren Schleyer-Halle sehr ernüchternd. Noch fehlt der Szenenapplaus und das Gefühl der Solisten, vor mehereren tausend Besuchern das Beste zu geben.

Dirigent Giuseppe Raffa, Initiator dieser nach eigenen Worten „großten Operninszenierung der Welt“, möchte damit die Massen für die Oper begeistern. Keine abgehobene Sichtweise in den ehrwüdigen Operntempeln der Großstädte, son dern optisch-akustiche Faszination im Breitwandformat. Das verträgt sich durchaus mit Stars, die an den großen Opernhäuser der Welt gewachsen sind. In der Stuttgarter „Aida“sind das etwa Katia Ricciarelli, Grace Bumbry, Ingvar Wixell oder Giorgio Lamberti, der noch von Garcia Navarro als „Andrea Chenier“ in Umberto Giordanos gleichnamiger Oper an das Stuttgarter Große Haus verpflichtet würde. Und schließlich Raffa selbst, der wegen einer Fußverletzung die Proben nicht leiten konnte. Ein Beleg dafür, daß sich beide Versionen der Präsentation nicht ausschließen, son dern ergänzen.

Raffa will die Reihe „The Opera Spectacular“ fortsetzen. Als Anfang hat er mit Giuseppe Verdis „Aida“ einen sehr populären Opernstoff ausgewählt, der als Masseninszenierung sein bekanntes Vorbild hat: Die „Aida“ in der Freiluftarena von Verona. Weitere Stoffe sind ohne weiteres denkbar: Auch auf der Seebühne in Bregenz werden seit Jahrzehnten diverse Opern im großen Stil inszeniert.

Derartige Projekte haben freilich auch ihre Tücken. Insbesondere dann, wenn ihnen keine jahrzehntelange Erfahrung zugrundeliegt: Vor Stuttgart sollte bereits in Mannheim eine noch größere „Aida“ über die Bühne gehen, was aber an der Finanzierung scheiterte. Auch in Stuttgart sind die Eintrittspreise zwischen 85 und 195 Mark happig. Freilich ist auch der Aufwand enorm. Zumindest quantitativ liegt das Verhältnis dieser beiden Größen im üblichen Rahmen. Karten für die Vorstellungen bis einschließlich 13. April sind noch zu haben.

 

Giuseppe Raffa is an Italian born composer of rare refinement and elegance in style. A passionate and talented orchestra conductor, and energetic artistic producer, he has been defined by his colleagues as “the revolutionary innovator of stage concept”.He has studied at Music conservatory of Milan “Giuseppe Verdi”; and specifically composition studies under Bruno Bettinelli and orchestra conducting with Mario Gusella. He then undertook specialization studies at the “Accademia Chigiana” and in Paris with Pierre Deveaux.

 In 1987,Maestro  Raffa conceived and brought to maturity the first ever, large scale, touring operatic show destined for wide spaces such as stadiums and arenas. No one until then had embarked on such an ambitious and ground-breaking project.

What for many had just been an impossible dream to realize, materialized in a grandiose production of Giuseppe Verdi’s Aida, staged for the first time at Montreal’s Olympic Stadium. An impressive audience of 40,000 people on each of two consecutive nightly performances, attended what will become an emblematic project,the entire world will talk about.

MAESTRO GIUSEPPE RAFFA OPERAMA  PRODUCTIONS:  AIDA - BUTTERFLY - NABUCCO - RIGOLETTO - GITANA